„Kirta“ – das bayerische Kirchweihfest

„A gscheita Kirta dauert bis zum Irta“ – unter diesem Motto wird heute in Bayern das Kirchweihfest gefeiert. Gemeint ist, dass ein richtiges Kirchweihfest bis zum Dienstag andauern soll. Doch warum Feiern wir „Kirta“, was ist der „Blaue Montag“ und wie heißt dieses Fest noch?

Das Kirchweihfest, in Bayern „Kirta“ genannt, blickt auf eine lange Tradition zurück:

Ungefähr seit dem 4. Jahrhundert ist es nicht mehr üblich, Gottesdienste in Kirchen zu feiern, die nicht geweiht sind. Dies ist auf Ambrosius von Mailand zurückzuführen, welcher forderte, dass jedes Gotteshaus unter den Schutz eines Heiligen gestellt werden soll.

So kam es, dass jede Gemeinde am Gedenktag ihres Patrons bzw. dem darauffolgenden Sonntag ein großes Kirchweihfest veranstaltete. Auch die Nachbargemeinden wurden eingeladen. Es entstanden riesige Feste, die bis Mitte des 19 Jahrhunderts feucht-fröhlich gefeiert wurden. Oftmals waren die Leute am Montag dann nicht in der Lage, zu arbeiten, weshalb viele Leute „blau machten“. Der „Blaue Montag“ war geboren.

Als dies der Obrigkeit jedoch zu bunt wurde, schaffte diese die Dorfkirchweih kurzerhand ab und lies den „Allerweltskirta“ einführen.

Ab diesem Zeitpunkt wird das Kirchweihfest unabhängig vom Gedenktag ihres des Schutzheiligen von jeder Gemeinde am 3. Sonntag im Oktober gefeiert. Das eigentliche Kirchenpatrozinium findet heute nur noch im Rahmen eines feierlichen Hochamt-Gottesdienstes statt.

Auch wenn die Kirchweihfeste nicht mehr so ausgelassen gefeiert werden wie früher, dürfen einige Traditionen doch nicht gebrochen werden.

So zum Beispiel die „Kirta-Hutschn“, ein großer stabiler Holzbalken, der mit zwei Ketten am Dach einer Scheune oder Tenne aufgehängt wird und als Schaukel für bis zu 15 Personen dient. Besonders Kinder erfreuen sich jedes Jahr an daran.

Kulinarisch ist das Fest mit Weihnachten vergleichbar. In Schmalz gebackene „Kirtanudeln“ sind das Kultgebäck schlechthin und am Sonntag gibt es ein Festessen. Dies ist jedoch schon lange nicht mehr die gute alte Kirchweihgans, sondern es darf auch gerne eine andere Delikatesse sein.

Ebenfalls nicht fehlen dürfen Musik und Tanz. Diese findet man meist im Rahmen von Jahrmärkten oder Volksfesten vor.

Ein Fest, ein Name? Das ist nicht ganz richtig. Laut Duden hat das Kirchweihfest folgende Namen: So heißt es im fränkischen „Kärwa“, oberpfälzerisch sagt man „Kirwa“, westmitteldeutsch „Kirmes“, süddeutsch „Kirbe“, sowie pfälzisch „Kerbe“. In Hessen ist es unter dem Namen „Kerb“ bekannt.

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