Welche Wurst darf man während einer Schwangerschaft essen?
In der Schwangerschaft ist bei Wurst vor allem die Herstellung entscheidend. Gekochte, gebrühte oder vollständig erhitzte Wurstsorten gelten in der Regel als geeignet, während rohe, nur gereifte oder geräucherte Fleisch- und Wurstwaren wegen möglicher Keime besser gemieden werden sollten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Erlaubt sind gekochte und gebrühte Wurstsorten wie Putenbrust-Aufschnitt, Putenschinken, Putenmortadella, Geflügelwurst, Fleischwurst, Gelbwurst, Jagdwurst oder Kochschinken.
- Nicht geeignet sind rohe Wurstwaren wie Mettwurst, Teewurst, Salami, Plockwurst oder Cervelatwurst.
- Auch rohes oder nur geräuchertes Fleisch sollte in der Schwangerschaft vermieden werden, zum Beispiel Rohschinken, Rauchfleisch, geräucherte Entenbrust oder geräucherter Putenschinken.
- Putenwurst und Geflügelwurst sind eine gute Wahl, wenn sie bei der Herstellung ausreichend erhitzt wurden.
- Wurstaufschnitt sollte frisch gekauft, gut gekühlt und innerhalb von 2 bis 3 Tagen verbraucht werden.
- Leberwurst und Schwarzwurst sind Kochwürste, sollten wegen ihres Vitamin-A-Gehalts beziehungsweise ihrer Zusammensetzung aber nur in Maßen gegessen werden.
- Bei Unsicherheit gilt: Wurst vor dem Verzehr vollständig erhitzen, bis sie auch im Inneren heiß ist.
Warum rohe Wurst in der Schwangerschaft problematisch sein kann
Während der Schwangerschaft können bestimmte Lebensmittelinfektionen für das ungeborene Kind gefährlich werden. Dazu zählen vor allem Listeriose und Toxoplasmose. Beide Erreger können unter anderem über rohe oder nicht ausreichend erhitzte tierische Lebensmittel aufgenommen werden.
Besonders kritisch sind Wurstsorten, die nicht gekocht oder gebrüht, sondern roh gereift, gepökelt, getrocknet oder geräuchert werden. Dazu gehören beispielsweise Salami, Teewurst, Mettwurst, Rohschinken oder Rauchfleisch. Auch wenn solche Produkte im normalen Alltag häufig problemlos gegessen werden, bleibt in der Schwangerschaft ein vermeidbares Restrisiko.
Welche Wurst dürfen Schwangere essen?
Schwangere dürfen Wurst essen, wenn sie bei der Herstellung ausreichend erhitzt wurde. Das betrifft vor allem Brühwurst, Kochwurst und gegarte Pökelfleischerzeugnisse. Entscheidend ist nicht allein die Fleischsorte, sondern die Zubereitungsart.
Geeignete Wurstsorten in der Schwangerschaft
- Putenbrust-Aufschnitt, wenn gegart
- Putenschinken, wenn gekocht
- Putenmortadella
- Geflügelwurst, wenn gebrüht oder gekocht
- Fleischwurst
- Gelbwurst
- Jagdwurst
- Mortadella
- Lyoner
- Kochschinken
- Leberkäse, wenn vollständig erhitzt
- Wiener Würstchen oder Frankfurter, wenn vor dem Verzehr erhitzt
- Rote Wurst, wenn es sich um eine Brühwurst handelt und sie erhitzt wird
- Schwarzwurst oder Blutwurst als Kochwurst, jedoch nur in Maßen
Diese Wurstsorten besser vermeiden
- Salami
- Mettwurst
- Teewurst
- Cervelatwurst
- Plockwurst
- Cabanossi
- Rohschinken
- Parmaschinken
- Serranoschinken
- Lachsschinken
- Nussschinken
- Räucherspeck
- Rauchfleisch
- geräucherter Putenschinken
- geräucherte Entenbrust
Putenwurst in der Schwangerschaft
Putenwurst kann in der Schwangerschaft eine gute Wahl sein, wenn sie gekocht oder gebrüht wurde. Putenfleisch ist meist fettarm, liefert hochwertiges Eiweiß und passt gut in eine ausgewogene Ernährung. Wichtig ist jedoch, dass die Wurst nicht roh, luftgetrocknet oder nur geräuchert ist.
Geeignete Produkte sind zum Beispiel gegarte Putenbrust, Putenmortadella, Putenfleischwurst oder gekochter Putenschinken. Bei abgepacktem Aufschnitt sollte auf Frische, unbeschädigte Verpackung, ausreichende Kühlung und einen zeitnahen Verbrauch geachtet werden.
Putenschinken in der Schwangerschaft
Putenschinken ist in der Schwangerschaft geeignet, wenn es sich um gekochten Putenschinken handelt. Durch das Erhitzen werden mögliche Krankheitserreger zuverlässig reduziert. Anders sieht es bei geräuchertem oder luftgetrocknetem Putenschinken aus. Diese Produkte zählen eher zu rohen beziehungsweise nicht ausreichend erhitzten Fleischerzeugnissen und sollten vorsorglich gemieden werden.
Putenbrust-Aufschnitt in der Schwangerschaft
Gegarter Putenbrust-Aufschnitt darf in der Schwangerschaft gegessen werden. Er sollte jedoch möglichst frisch gekauft und nach dem Öffnen schnell verbraucht werden. Besonders bei fertig verpacktem Aufschnitt ist es sinnvoll, kleinere Packungen zu wählen und diese nicht bis kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums aufzubewahren.
Geflügelwurst in der Schwangerschaft
Geflügelwurst ist nicht automatisch sicher oder unsicher. Entscheidend ist auch hier die Herstellung. Gebrühte oder gekochte Geflügelwurst ist geeignet. Rohe, gereifte oder nur geräucherte Geflügelprodukte sollten dagegen vermieden werden.
Wenn auf der Verpackung Begriffe wie „gekocht“, „gegart“, „gebrüht“ oder „Brühwurst“ stehen, ist das ein gutes Zeichen. Begriffe wie „roh“, „luftgetrocknet“, „kaltgeräuchert“ oder „Rohwurst“ sprechen eher gegen den Verzehr in der Schwangerschaft.
Übersicht: Welche Wurst ist in der Schwangerschaft erlaubt?
| Wurst oder Fleischware | Bewertung | Hinweis |
|---|---|---|
| Putenwurst, gekocht oder gebrüht | Erlaubt | Geeignet, wenn vollständig erhitzt und frisch gelagert. |
| Putenschinken, gekocht | Erlaubt | Als gegarte Variante geeignet. |
| Geräucherter Putenschinken | Nicht empfohlen | Nur geräucherte Produkte gelten als riskanter. |
| Putenbrust-Aufschnitt, gegart | Erlaubt | Frisch kaufen, gut kühlen und schnell verbrauchen. |
| Geflügelwurst, gebrüht | Erlaubt | Geeignet, wenn sie bei der Herstellung erhitzt wurde. |
| Fleischwurst | Erlaubt | Brühwurst, daher grundsätzlich geeignet. |
| Rote Wurst | Erlaubt, wenn erhitzt | Als Brühwurst geeignet, am besten vor dem Verzehr erhitzen. |
| Schwarzwurst oder Blutwurst | In Maßen erlaubt | Kochwurst, aber wegen Zusammensetzung nur gelegentlich essen. |
| Leberwurst | In Maßen erlaubt | Wegen Vitamin A besonders im ersten Trimester vorsichtig sein. |
| Salami | Nicht empfohlen | Rohwurst, daher in der Schwangerschaft besser meiden. |
| Mettwurst oder Teewurst | Nicht empfohlen | Rohwurst, erhöhtes Risiko durch mögliche Keime. |
| Rohschinken oder Rauchfleisch | Nicht empfohlen | Nicht ausreichend erhitzt, daher vorsorglich meiden. |
Geräuchertes Fleisch in der Schwangerschaft
Geräuchertes Fleisch ist in der Schwangerschaft nicht automatisch sicher. Entscheidend ist, ob das Produkt zusätzlich ausreichend erhitzt wurde. Kalt geräucherte oder luftgetrocknete Fleischwaren wie Räucherschinken, Rauchfleisch, Räucherspeck oder geräucherte Entenbrust sollten Schwangere meiden.
Wird ein geräuchertes Produkt vor dem Essen vollständig erhitzt, kann das Risiko reduziert werden. Für Aufschnitt, der kalt gegessen wird, sind gekochte Alternativen wie Kochschinken, gegarte Putenbrust oder gebrühte Geflügelwurst die bessere Wahl.
Wurstaufschnitt richtig lagern
Auch bei geeigneten Wurstsorten kommt es auf die richtige Lagerung an. Listerien können sich auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren, besonders bei langer Lagerzeit. Deshalb sollte Wurstaufschnitt in der Schwangerschaft möglichst frisch gekauft und zügig gegessen werden.
- Wurstaufschnitt möglichst frisch und in kleinen Mengen kaufen.
- Aufschnitt im Kühlschrank bei etwa 4 bis 6 °C lagern.
- Geöffnete Packungen innerhalb von 2 bis 3 Tagen verbrauchen.
- Wurst nicht offen im Kühlschrank liegen lassen.
- Verpackungen mit viel Flüssigkeit, aufgeblähtem Deckel oder auffälligem Geruch entsorgen.
- Bei Unsicherheit Wurst vor dem Essen vollständig erhitzen.
Warum Pute in der Schwangerschaft sinnvoll sein kann
Putenfleisch ist mager, eiweißreich und lässt sich gut in eine ausgewogene Ernährung integrieren. Gerade in der Schwangerschaft ist Eiweiß wichtig, da es zum Aufbau von Körperzellen beiträgt. Gleichzeitig ist Pute häufig fettärmer als viele klassische Wurstsorten aus Schwein oder Rind.
Trotzdem sollte auch Putenwurst nicht unbegrenzt gegessen werden. Viele Wurstwaren enthalten Salz, Zusatzstoffe oder je nach Sorte auch relativ viel Fett. Sinnvoll ist daher eine abwechslungsreiche Ernährung mit magerem Fleisch, gegartem Geflügel, Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Gemüse und Obst.
Häufige Fragen zu Wurst in der Schwangerschaft
Welche Wurst dürfen Schwangere essen?
Schwangere dürfen gekochte, gebrühte und vollständig erhitzte Wurstsorten essen. Dazu zählen unter anderem Putenbrust-Aufschnitt, Putenschinken, Geflügelwurst, Fleischwurst, Gelbwurst, Jagdwurst, Mortadella, Kochschinken und erhitzte Wiener Würstchen.
Ist Putenwurst in der Schwangerschaft erlaubt?
Ja, Putenwurst ist erlaubt, wenn sie gekocht oder gebrüht wurde. Rohe, luftgetrocknete oder nur geräucherte Putenprodukte sollten dagegen gemieden werden.
Darf man Putenschinken in der Schwangerschaft essen?
Gekochter Putenschinken ist geeignet. Geräucherter oder luftgetrockneter Putenschinken sollte vorsorglich nicht gegessen werden, wenn er nicht zusätzlich vollständig erhitzt wird.
Ist Putenbrust-Aufschnitt in der Schwangerschaft erlaubt?
Gegarter Putenbrust-Aufschnitt ist erlaubt. Wichtig sind Frische, Kühlung und ein schneller Verbrauch nach dem Öffnen.
Darf man Fleischwurst in der Schwangerschaft essen?
Fleischwurst gehört zu den Brühwürsten und ist daher grundsätzlich geeignet. Sie sollte frisch gekauft, gut gekühlt und zeitnah gegessen werden.
Ist Schwarzwurst in der Schwangerschaft erlaubt?
Schwarzwurst beziehungsweise Blutwurst ist eine Kochwurst und wird bei der Herstellung erhitzt. Sie kann in Maßen gegessen werden. Wegen ihrer Zusammensetzung ist sie jedoch eher ein gelegentliches Lebensmittel.
Darf man Rote Wurst in der Schwangerschaft essen?
Rote Wurst ist in der Regel eine Brühwurst und damit geeignet. Vor dem Verzehr sollte sie vollständig erhitzt werden, besonders wenn sie länger gelagert wurde.
Warum ist geräuchertes Fleisch in der Schwangerschaft kritisch?
Geräuchertes Fleisch wird nicht immer ausreichend erhitzt. Kalt geräucherte oder luftgetrocknete Produkte können deshalb ein Restrisiko für Listerien oder Toxoplasmen bergen. Sicherer sind gekochte oder gebrühte Alternativen.
Fazit: Gekochte Puten- und Geflügelwurst ist die sichere Wahl
Wurst ist in der Schwangerschaft nicht grundsätzlich tabu. Entscheidend ist, ob sie roh oder ausreichend erhitzt wurde. Gekochte und gebrühte Sorten wie Putenbrust-Aufschnitt, Putenschinken, Geflügelwurst, Fleischwurst oder Mortadella sind bei frischer Lagerung geeignet. Rohwürste, Rohschinken und geräuchertes Fleisch sollten dagegen vorsorglich gemieden werden. Wer auf frische Ware, kurze Lagerzeiten und gute Kühlung achtet, kann auch in der Schwangerschaft weiterhin ausgewählte Wurstsorten genießen.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Rohwurst kann eine Infektionsquelle für Toxoplasmose sein
- Netzwerk Gesund ins Leben: Listeriose und Toxoplasmose, sicher essen in der Schwangerschaft
- Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber Listeriose
- AOK: Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft
- BabyCare: Wurst, welche Sorten darf ich in der Schwangerschaft essen?
Zugehörige Produkte