Ganze Pute im Backofen: Garzeit pro Kilo, knusprige Haut und Zubereitung
- Für einen ungefüllten Truthahn (Pute) rechnen Sie etwa 45 Minuten Garzeit pro Kilogramm bei 180 °C Ober-/Unterhitze. Eine 3 kg Pute braucht so circa 2 Stunden 15 Minuten.
- Ist die Pute gefüllt, verlängert sich die Garzeit auf etwa 60 Minuten pro Kilogramm. Ein 5 kg Truthahn braucht bei 160 °C etwa 4,5–5 Stunden.
- Vorbereitung: Gefrorene Puten müssen im Kühlschrank 2–3 Tage auftauen; Innereien entfernen und die Haut vorsichtig von der Brust lösen, um Butter darunter zu schieben.
- Knusprige Haut: Den Braten während des Garens regelmäßig mit Butter, Brühe oder Marinade bestreichen und zum Ende der Garzeit die Temperatur auf 220 °C erhöhen bzw. den Deckel abnehmen.
- Bräter mit Deckel oder ohne? Am Anfang hilft ein geschlossener Bräter dabei, das Fleisch saftig zu halten; für eine goldene Kruste sollte der Deckel in den letzten 30–45 Minuten entfernt werden.
Vorbereitung: Auftauen und würzen
- Auftauen: Gefrorene Puten sollten im Kühlschrank zwei bis drei Tage auftauen. Der Hersteller empfiehlt, die Folie erst nach dem Auftauen zu entfernen.
- Innereien entfernen: Hals und Innereien entnehmen, den Vogel innen und außen unter fließendem Wasser abspülen und gründlich trocken tupfen.
- Butter unter der Haut: Die Haut über der Brust vorsichtig von hinten lösen und Stücke kalter Butter darunter schieben; das hält das Brustfleisch saftig.
- Füllen (optional): Gemüse, Kräuter, Brot, Äpfel oder eine Kürbisfüllung können die Pute von innen aromatisieren. Nicht zu fest stopfen, denn Semmeln quellen beim Backen auf.
- Außen würzen: Eine Marinade aus Butter, Salz, Pfeffer und Paprika sorgt für eine würzige Kruste. Manche Rezepte empfehlen Kräuterbutter zwischen Haut und Fleisch.
- Pute wenden: Legen Sie die Pute zu Beginn mit der Brust nach unten in den Bräter – so zieht das Rückenfett in das Brustfleisch. Nach etwa der Hälfte der Garzeit wird der Vogel gewendet.
Garzeit der Pute im Backofen: Überblick pro Kilogramm
Die Garzeit hängt vom Gewicht, der Füllung und der Ofentemperatur ab. Bei Ober-/Unterhitze eignet sich 180 °C für das „klassische“ Braten; 160 °C wird häufig genutzt, wenn die Pute in einem geschlossenen Bräter gegart wird. Die folgende Tabelle gibt Orientierung:
| Gewicht (kg) | Ungefüllte Pute (180 °C, offen) | Gefüllte Pute im Bräter (160 °C) |
|---|---|---|
| 2–4 kg | 1 ½–3 ¼ h | 2–3 h |
| 5–7 kg | 3–3 ¾ h | 3–3 ½ h |
| 8–10 kg | ca. 4 ½ h | 4 ¼–4 ¾ h |
| 10–12 kg | 4 ½–5 h | 4 ¾–5 ¼ h |
Ungefüllter Braten: Als Faustregel gilt 45 Minuten pro Kilogramm bei 180 °C. Ein 3 kg Vogel ist nach etwa 2 Stunden 15 Minuten gar.
Gefüllter Braten: Bei gefüllten Puten verlängert sich die Garzeit. Die „Walnuss“-Seite rechnet mit einer Stunde pro Kilogramm bei 160 °C, während das Chefkoch Forum eine „knappe Stunde pro kg“ empfiehlt.
Niedrigtemperatur: Beim Garen mit reduzierter Temperatur (z. B. 85 °C) dauert der Braten pro Kilogramm etwa zwei Stunden; diese Methode ergibt besonders zartes Fleisch, benötigt aber viel Zeit.
Pute im Bräter: Deckel oder kein Deckel?
Viele Rezepte beginnen mit einem geschlossenen Bräter, um das Fleisch saftig zu halten. Das Rezept vom Bihler Hof legt die Pute zunächst 60 Minuten bei 220 °C mit Deckel in den Ofen, wendet sie einmal, brät sie weitere 60 Minuten und lässt sie dann 30 Minuten ohne Deckel bei 240 °C knusprig werden. Der Bräterdeckel verhindert dabei ein Austrocknen; wird er gegen Ende abgenommen, entsteht eine goldene Kruste.
Eine ähnliche Vorgehensweise empfiehlt die „Walnuss“-Seite: Eine 5 kg Pute wird zunächst mit Alufolie abgedeckt und bei 160 °C gegart; in den letzten 30 Minuten wird Folie und Bacon entfernt, der Ofen auf 200 °C erhöht und die Haut knusprig gebacken.
Knusprige Pute im Backofen: So geht’s
- Regelmäßig bestreichen: Während des Garens alle 30–40 Minuten mit Butter, Brühe oder Marinade bepinseln. Bei gefüllten Puten hilft das Übergießen mit Brühe, damit das Fleisch nicht austrocknet.
- Temperatur erhöhen: Gegen Ende der Garzeit den Backofen auf 200–240 °C stellen und die Pute für etwa 30–45 Minuten ohne Deckel braten. So wird die Haut schön braun und knusprig.
- Kerntemperatur prüfen: Der austretende Fleischsaft sollte klar sein. Die Brust erreicht bei etwa 72–75 °C die ideale Kerntemperatur. Nutzen Sie ein Bratenthermometer oder die Nadelprobe: Klarer Saft bedeutet, dass der Vogel durch ist.
Würzige Marinaden
Eine Mischung aus Butter, Ahornsirup, Paprikapulver, Soja und Worcestersauce ergibt eine süß würzige Kruste. Die Broschüre von Deutsches Geflügel empfiehlt, die Pute 45 Minuten vor Ende der Garzeit mit dieser Marinade zu bestreichen.
Weitere Tipps für knusprige Haut
- Butter unter der Haut hält das Brustfleisch saftig und unterstützt die Bräunung.
- Offener Rost: Wer auf eine knusprige Unterseite Wert legt, legt den Vogel auf einen Rost mit Fettwanne – so wird er auch unten braun.
- Um zu würzen: Kräuterbutter, Honig-Milch-Glasur oder süße Marinaden können in den letzten 10–15 Minuten aufgetragen werden. Der Chefkoch Ratgeber für Puten empfiehlt eine Mischung aus Milch, Honig, Sojasauce und Salz, die bei 220 °C kurz eingepinselt wird.
Garzeiten anderer Rezepte
Viele moderne Rezepte verkürzen die Garzeiten. Der Koch Thomas Sixt brät seinen Truthahn zunächst 60 Minuten bei 200 °C und reduziert danach auf 130–160 °C; insgesamt dauert der Braten 2–2½ Stunden. Er weist darauf hin, dass viele Rezepte mit 3–5 Stunden Garzeit übertrieben sind.
Der Bio Geflügel Anbieter Freiländer berechnet 2 Stunden Garzeit für eine Pute von 4–5 kg bei 180 °C, gefolgt von 30 Minuten bei 150 °C und einem 15 minütigen Grillgang. Für jede weitere Kilogramm empfiehlt er 30 Minuten zusätzlich und bei Füllungen nochmals 30 Minuten.
Füllungen und Beilagen
Klassische Füllungen kombinieren Brot, Gemüse und Früchte – beispielsweise Apfel-Kürbis-Mischungen, Pilze, Maronen oder Wildkräuter. Bei Füllungen mit Brot (Semmeln) sollten Sie den Bauchraum nicht zu fest stopfen. Pro Person rechnet man je nach Beilagen mit 300–500 g Fleisch. Als Beilagen passen Knödel, Rotkohl, Rosenkohl, Kartoffelpüree oder gebackener Kürbis.
Pute oder Truthahn – das größte Hausgeflügel
Die Begriffe Pute und Truthahn bezeichnen das gleiche Tier. In Norddeutschland spricht man meist von der Pute, im süddeutschen Raum eher vom Truthahn. Mit einem Gewicht von 3–8 Kilogramm ist es das größte Hausgeflügel aus der Familie der Fasane und eignet sich hervorragend als Festtagsbraten.
FAQ: Häufige Fragen zur Pute im Backofen
Wie lange muss eine Pute im Ofen garen?
Die Garzeit hängt vom Gewicht, der Füllung und der Ofentemperatur ab. Ohne Füllung beträgt sie etwa 45 Minuten pro Kilogramm bei 180 °C, mit Füllung etwa eine Stunde pro Kilogramm bei 160 °C.
Wie bekomme ich knusprige Haut?
Besonders knusprig wird die Pute, wenn Sie sie während des Garens regelmäßig übergießen, in den letzten 30–45 Minuten offen bei 200–240 °C braten und kurz vor Schluss mit einer süß würzigen Marinade bestreichen.
Soll ich den Deckel verwenden?
Ein Deckel hält den Braten saftig; daher ist es sinnvoll, den Vogel in den ersten Stunden im geschlossenen Bräter zu garen und den Deckel erst zum Bräunen abzunehmen.
Welche Kerntemperatur ist ideal?
Die Brust ist bei einer Kerntemperatur von 72–75 °C gar; ein austretender klarer Saft ist ein gutes Zeichen für Garheit.
Kann ich die Pute bei niedriger Temperatur garen?
Ja. Beim Niedrigtemperaturgaren mit 85 °C sollten Sie etwa zwei Stunden pro Kilogramm einplanen. Diese Methode dauert lange, liefert aber besonders saftiges Fleisch.
Wie lange muss eine Pute ruhen?
Nach dem Braten sollte der Vogel 15–30 Minuten ruhen, damit sich der Fleischsaft verteilen kann. Decken Sie ihn mit Alufolie ab, damit er nicht auskühlt.
Mit diesen Tipps gelingt Ihre knusprige Pute im Backofen – egal ob Sie einen Truthahn zu Thanksgiving, Weihnachten oder einfach als Sonntagsbraten zubereiten. Halten Sie sich an die Garzeiten pro Kilogramm, probieren Sie unterschiedliche Füllungen und nutzen Sie die Hitze am Ende des Garens für eine herrlich knusprige Haut.
Quellen
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